Europa: Krise, Umbruch und neue Ordnung

von Stefan Kadebach/ Klaus Günther (Hrsg.) (2014)

 

 

Europa: Krise, Umbruch und neue Ordnung

 

Aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive untersucht Bertram Schefold, wie sich in Krisen unser Wirtschaftssystem verändert und zeigt, wie sich über die Jahre die Staatsverschuldung und das BIP in den einzelnen europäischen Staaten verändert hat.

Die geschichtliche Betrachtungsweise versucht hingegen einen positiven Moment in der Krise abzuleiten und verweist darauf, dass die Integration in Europa immer zu Krisen führte und somit die jetzige Situation wieder zu relativieren ist.

Der Rechtswissenschaftler Armin Hatje sieht in der Krise ebenfalls ein Motor der Integration und interpretiert die Integrationsgeschichte als Krisengeschichte. Sein Thema sind jedoch die Gründungsverträge und die Frage, welche Prinzipien in diesen angelegt sind, um Krisen zu bewältigen? In seiner detaillierten Analyse kommt er zu dem Schluss, dass die Unionsverfassung bestens für Krisen aller Art gerüstet ist. Er sieht das Hauptproblem vielmehr in der mangelnden Transparenz in politischen Entscheidungsverfahren.

Der Rechts- und Politikwissenschaftler Ulrich K. Preuß versucht die Krise über die eine große Einigkeit zu bestehen scheint klarer zu fassen und argumentiert, ob die Krise in Wirklichkeit eine Krise der Demokratie ist und aus der Eigenart der EU selbst wurzeln. Diese Gedanken sind sehr spannend und bleiben in der Regel derzeit in der öffentlichen Debatte ungesagt, wenn es um die Analyse der Ursachen der Krise geht. Eine Lösung für die Krise und eine Antwort auf die Krise sieht er mit dem Thema Demokratie verbunden. Diese demokratischen Defizite werden durch seine Analyse sehr deutlich, jedoch sieht er   keine strukturelle Demokratieunfähigkeit der EU, vielmehr weist er die fehlenden Transnationalisierungen von   Interessen- und Wertekonflikten als das zentrale Problem aus.

Der Rechtsphilosoph Matthias Mahlmann analysiert ebenfalls die Ursachen der Krise und weist auf die Vielfalt der Dimension der Krise hin, die eine der Krise der Währungsunion ist, eine Staatsschuldenkrise, eine Bankenkrise, eine Krise der europäischen Governance, eine Vertrauenskrise der Finanzmärkte und nicht zuletzt auch eine Identitätskrise. Einen Ausweg aus der Krise, sieht er deshalb ebenfalls in einem multidimensionalen Lösungsansatz.

Die Beiträge in diesem Band sind allesamt spannend geschrieben und lassen einen die Krise besser verstehen. Jedoch wundert es einen, warum auf politischer Ebene nicht mehr Reformen eingeleitet werden, da Handeln dringend notwendig wird.

 

 

 

 

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