Hans-Werner Sinn zeichnet die Geschichte des Euros nach und stellt im ersten Kapitel Wunsch und Wirklichkeit die Fehler der ambitionierten Euroeinführung nach, die scheinbar auch mit dem Wünsch Kohls nach einer schnellen Wiedervereinigung Deutschlands verknüpft war. Die Ursachen der Krise sieht er weniger in den anfänglichen Fehlkonstruktionen, als in der Nichteinhaltung des Vertrags von Maastricht einiger Mitgliedstaaten. Das Buch versucht dann das Krisengeschehen um den Euro zu begreifen und beurteilt die jüngsten Rettungsmaßnahmen wie die Kapitelüberschrift Rettungswahn vermutet lässt äußerst negativ.
Im abschließenden Kapitel führt er seine Lösungsvorschläge zur Euro-Krise nochmals auf, die teilweise auch schon aus den Medien im Zuge der Krisen-Berichterstattung bekannt sind.
Seiner Ansicht nach muss das Eurosystem überdacht werden. Eine Voraussetzung sieht er in der Einführung einer politischen Union. Weitere Lösungen orientieren sich teilweise an den USA, wie dem Unterkapitel Von den USA lernen unschwer zu entnehmen ist.
Sinn appelliert für einen Schuldenschnitt, damit die Länder wieder atmen können. Diese Maßnahmen müssen jedoch mit der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verknüpft werden, die seiner Meinung nach nur durch eine Abwertung der Währung und mit einem vorübergehenden Austritt aus dem Euro erreicht werden kann.
In seinem letzten Kapitel bedauert Sinn, dass es in Europa keine große Bereitschaft besteht einen Bundesstaat nach amerikanischem oder schweizerischem Vorbild zu gründen, in dem der Rechtsstaat und die Armee vereinheitlicht werden.
Eine Rettung sieht er darin, die ökonomischen Funktionsprinzipien der Vereinigten Staaten von Amerika zu kopieren.
Das Buch enthält sehr viele interessante Details, in denen die Geschichte des Euros und den Umgang mit der Krise beleuchtet werden und ist sehr empfehlenswert, auch wenn viele der vertretenen Ansichten des Autors nicht geteilt werden können.
|