Christoph Türcke beschreibt in seinem Buch Mehr. Die Philosophie des Geldes ausführlich die Genealogie des Geldes und die Entwicklung des Geldsystems. Interessant wird seine Betrachtung angesichts der aktuellen Griechenlandkrise, wie das System des Internationalen Währungsfonds (kurz IWF) entstand, da dieser in der Griechenlandkrise derzeit auch eine entscheidende Rolle spielt. Die Griechen gehen ja in ihrer Entscheidung soweit die IWF-Rate nicht zu bezahlen.
In seinem Kapitel Schuldenfalle beschreibt er das System des IWF und deren Verwaltung der Staatsverschuldungen in der Dritten Welt. Für die verschuldeten Länder gab es in der Regel günstige Anfangskredite. Die verbliebene Schuld wurde je nach Marktlage dann neu verhandelt. Als Folge schnappt die Schuldenfalle zu und die verschuldeten Länder sind in einer immer enger werdenden strukturellen Schuldenschraube gefangen.
Christoph Tücke zeichnet die Entstehung der Griechenlandkrise nach. Der europäische Rettungsschirm rechte nicht mehr aus und so wurden Hilfen des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) hinzugezogen, die Staaten ihren neoliberalen Grundsätzen unterwerfen.
Dieser Schuldenfallen-Mechanismus sieht vor Staatsanleihen von Ländern zu kaufen, die neoliberale Auflagen zu befolgen. In der Griechenlandkrise profitiert möglicherweise auf lange Sicht der Finanzmarkt, indem er auf den Bankrott von Griechenland setzt und dadurch Gewinne erzielt. Rendite ist demnach wichtiger als wirtschaftliches Gesamtwohl.
Der Autor wirft am Ende die Frage auf, ob wir nicht besser das kapitalistische Geldsystem zusammen brechen lassen sollten und schließt sein Buch mit solchen Zusammenbruchsphantasien und Utopien. Im Kapitel Utopien führt er aus, warum die Selbstregulierung des Marktes ein Wunschtraum ist, der jedoch der Realität nicht Stand hält
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